Ankündigung der REFSQ 2017 in Essen

Vom 27.02.-02.03.2017 findet in Essen die „23rd Intl. Working Conference on Requirements Enginneering: Foundation for Software Quality“ REFSQ 2017 statt. Die REFSQ ist die führende europäische Konferenzreihe im Bereich Requirements Engineering. Eine Kombination aus Moderation, Diskussionsteilnehmern sowie einem Session Chair gestaltet das interessante Programm unter hervorragenden Forschern und Branchenexperten. Neben dem wissenschaftlichen Programm, wird auch ein interaktiver Workshop und Research Methodology Track angeboten.

Auf den folgenden Seiten finden Sie einen genauen Überblick zu den Inhalten und Keynote Speakers Lionel C. Briand (University of Luxembourg) und Inga Wiele (gezeitenraum).

Dr. Jörg Dörr vom Fraunhofer IESE und Dr. Kim Lauenroth haben mit Prof. Dr. Paul Grünbacher über die Konferenz REFSQ, das Leben als Forscher im Bereich Requirements Engineering und die Gründe, warum man einmal im Leben auf der Konferenz REFSQ gewesen sein sollte, gesprochen. Im Folgenden finden Sie das Interview aus der „aditorial 02 – das adesso-Kundenmagazin mit News und Trends aus der adesso Group“

Dr. Kim Lauenroth: Paul, du forschst an der Johannes Kepler Universität Linz zum Thema Requirements Engineering. Wie sieht der Arbeitsalltag eines Professors im Bereich RE aus?

Prof. Dr. Paul Grünbacher: Sehr vielfältig. Wir kooperieren in der Forschung mit Partnern aus der Industrie. Ich leite aktuell ein Forschungslabor „Monitoring and Evolution of Very-Large-Scale Software Systems“ mit verschiedenen Bezügen zu Requirements Engineering: Wir befassen uns etwa mit der Laufzeitüberwachung von Anforderungen in Systems-of-Systems-Architekturen komplexer Industrieanlagen. Ich biete natürlich auch Lehrveranstaltungen zum Thema Requirements Engineering an, im aktuellen Semester an der Johannes Kepler Universität Linz und an der Technischen Universität Wien. Mein Arbeitsalltag ist also insgesamt sehr abwechslungsreich und Kommunikation spielt eine große Rolle.

Kim Lauenroth: Die REFSQ gehört ja in der internationalen RE-Community zu den Top- Konferenzen. Kannst du unseren Lesern in wenigen Pinselstrichen skizzieren, was REFSQ ist und was es so besonders macht? Vor allem, was bedeutet die Abkürzung REFSQ überhaupt?

Paul Grünbacher: Die Abkürzung steht für „Requirements Engineering: Foundation for Software Quality“. Schon der Titel der Konferenz betont, welch große Bedeutung Anforderungen für die Qualität von Softwaresystemen haben. Eine Besonderheit der REFSQ möchte ich an dieser Stelle hervorgeben: Die Konferenz wird als „Working Conference“ durchgeführt. Diskussion und Interaktion zwischen den Konferenzteilnehmern haben also breiten Raum. Die Konferenz geht mittlerweile in das 23. Jahr. Wir haben in jedem Jahr an die 100 Teilnehmer aus Forschung und Industrie. Zusätzlich zur Hauptkonferenz finden noch zahlreiche Workshops rund um Spezialthemen im RE statt, beispielsweise zu Kreativität oder Testen und RE.

Dr. Jörg Dörr: Du bist für die kommende REFSQ Co-Vorsitzender des Programmkomitees. Was können sich unsere Leser unter dieser Position vorstellen? Was sind deine Aufgaben?

Paul Grünbacher: Ich habe diese Aufgabe gemeinsam mit Anna Perini vom FBK-ICT, Center for Information and Communication Technology in Trient, Italien, übernommen. Wir koordinieren die verschiedenen Programmangebote der Konferenz und sind insbesondere für die wissenschaftliche Qualität der Tagung verantwortlich. Wir werden dabei von einem Programmkomitee mit Forscherinnen und Forschern aus 20 verschiedenen Ländern unterstützt.

Kim Lauenroth: Das Programm der REFSQ teilt sich ja auf in ein wissenschaftliches Programm und einen Industrietag. Hört sich ja erstmal so an, als ob Menschen aus der Industrie nur zum Industrieprogramm gehen sollten. Was sind aus deiner Sicht die wichtigsten Argumente, warum ein Industrievertreter einmal im Leben auf die REFSQ kommen sollte?

Paul Grünbacher: Viele Forscherinnen und Forscher arbeiten ja in Kooperationsprojekten mit der Industrie. Die wissenschaftlichen Fragestellungen beruhen also in der Regel auf Herausforderungen der Industrie und sind nicht weltfremd. Ein weiterer Vorteil des wissenschaftlichen Programms ist, dass man sich in sehr kurzer Zeit mit aktuellen Fragestellungen aus verschiedenen Bereichen und Anwendungsgebieten des Requirements Engineering auseinandersetzen und die Referenten dann gleich treffen kann. Darüber hinaus bieten wir natürlich auch ein spezielles Industrieprogramm an. Dieses Programm wird ja von namenhaften Experten aus der Forschung und Industrie zusammengestellt. Das ist für mich immer ein Garant, dass es Vorträge von besonders hoher Qualität und zu spannenden Themen geben wird.

Jörg Dörr: Das Programm für den Industrietag ist ja im Wesentlichen fertig (siehe Infokasten auf Seite 11). Auf welchen Vortrag freust du dich besonders?

Paul Grünbacher: Es gibt Beiträge zum Thema Innovation und Design Thinking im RE, da bin ich besonders interessiert. Darüber hinaus freue ich mich besonders auf die Keynote von Inga Wiele. Sie ist als Mitmachveranstaltung angekündigt, das ist auf jeden Fall mal eine spannende Abwechslung zu unseren üblichen Vortragsformaten.

Kim Lauenroth: Warum ist dieses Thema gerade für dich als Wissenschaftler spannend?

Paul Grünbacher: Bei manchen Leuten hat RE ein etwas verstaubtes Image und wird manchmal gar als notwendiges Übel und vorwiegend bürokratische Tätigkeit gesehen. Wenn es gelingt, das Thema Anforderungen mit dem Thema Innovation besser als bisher zu verbinden, dann kann insgesamt ein großer Sprung in der Software- Qualität gemacht werden.

Jörg Dörr: Wohin bewegt sich aus deiner Sicht das Thema Requirements Engineering?

Paul Grünbacher: Als Leitthema der Konferenz haben wir dieses Jahr „My RE“ gewählt. Wir wollten damit ausdrücken, dass sich RE-Methoden und Werkzeuge heutzutage in sehr unterschiedlichen Anwendungsdomänen und Entwicklungskontexten bewähren müssen. Es ist sehr spannend, wie sich bewährte Ansätze weiterentwickeln, um diese Diversität besser als bisher zu beherrschen.

Kim Lauenroth: Jetzt haben wir so viel über die Inhalte gesprochen, aber noch gar nicht konkret über die Konferenz. Wann geht es los, wo wird sie stattfinden und wie können sich unsere Leser konkret zur REFSQ anmelden?

Paul Grünbacher: Da hilft ein Blick auf die Webseite der REFSQ: www.refsq.org. Dort kann man sich für die ganze Konferenz anmelden, oder aber auch nur für den Industrietag oder einen der vorgelagerten Workshops. Die Konferenz wird vom 27. Februar bis 2. März 2017 im Atlantic Congress Hotel in Essen stattfinden. Der Konferenzort ist verkehrsgünstig gelegen und hervorragend mit der Bahn oder über den Flughafen in Düsseldorf zu erreichen. Essen ist im Übrigen auch eine wunderschöne und lebendige Stadt im Herzen des Ruhrgebiets mit vielen Sehenswürdigkeiten, wie etwa der Zeche Zollverein. Wir gehen davon aus, dass ab Mitte Dezember die Programmdetails vorliegen und die Anmeldung möglich sein wird. Für besonders früh Entschlossene werden wir in jedem Fall einen Frühbucherpreis anbieten.

 

Das komplette Programm der Konferenz finden sie hier! 

Das Interview mit Prof. Dr. Paul Grünbacher führten Dr. Jörg Dörr, Hauptabteilungsleiter am Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE in Kaiserslautern, und Dr. Kim Lauenroth, Leiter des Competence Center „Requirements Engineering“ der adesso AG.

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