Fraunhofer IESE - Funktionen eines guten Requirements Engineering

Wie funktioniert gutes Requirements Engineering?

Am 18. März 2019 findet der 8. International Workshop on Creativity in Requirements Engineering (CreaRE 2019) in Essen im Kontext der Konferenz REFSQ 2019 statt. In diesem Forum, das Kreativität und Requirements vereint, will das Fraunhofer IESE als Mitorganisator den Austausch von Ideen, Erfahrungen und Forschungsergebnissen befördern. Deadline für die Einreichung von Papers und Vorschlägen für interaktive Sessions ist der 14. Januar 2019.

Wie funktioniert gutes Requirements Engineering? Wie kommen wir zu guten Anforderungen? Die Entwicklung eines neuen IT-Systems oder das Ersetzen oder radikale Verbessern eines bestehenden IT-Systems bietet uns die Chance, innovative Ideen zu sammeln und den Arbeitsprozess neu zu definieren. Dies gelingt aber nur, wenn wir mit passendem Handwerkszeug arbeiten: Standardtechniken bei Requirements Engineering führen zu konservativen Anforderungsspezifikationen und bieten damit auch nur wenig Potenzial für Innovationen.

Kreativitätstechniken sollen den Stakeholdern helfen, mit »Begeisterungsfaktoren« hoch innovative Features zu entdecken und zu entwickeln. Laut Dr. Jörg Dörr, Hauptabteilungsleiter Informationssysteme am Fraunhofer IESE, muss dafür in der Industrie ein Umdenken stattfinden:

»Viel zu wenige Firmen setzen bisher systematisch Kreativitätstechniken ein.
Hier wird leider noch viel Potenzial verschenkt.«

So wird für die Anforderungserhebung bis dato Umfragetechniken, dokumentenzentrierten Techniken und Beobachtungstechniken wesentlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt als dem Einsatz von Kreativität im Requirements Engineering. Ein weiterer Aspekt ist, dass in unterschiedlichen Softwareanwendungsdomänen wie z.B. eingebettete Systeme, Multimediaprodukte oder kundenspezifische Geschäftsanwendungen Kreativitätstechniken eventuell auch anders angewendet werden müssen. Dennoch besteht laut Dörr ein gemeinsamer Nenner in allen Bereichen darin, dass man zögert, aus seiner Komfortzone herauszukommen:

»Wenn man mit Firmen redet, so setzen die meisten nur Brainstorming ein. Dabei gibt es über 200 Kreativitätstechniken und so gut wie alle sind dem klassischen Brainstorming weit überlegen…«

CreaRE bringt Praktiker und Forscher voran

Fraunhofer IESE sieht Kreativität als wichtigen Teil seiner Kernkompetenzen. Wir führen jährlich diverse Kreativitätsworkshops für Kunden durch und unterstützen Firmen bei der Einführung kreativer Ansätze wie Rapid Innovation Labs oder Design Thinking. Darüber hinaus beteiligt sich das Fraunhofer IESE bereits zum achten Mal aktiv am Workshop zu Kreativität im Requirements Engineering – »CreaRE« –, um Aufmerksamkeit auf die Bedeutung und Relevanz von Kreativität zu lenken.

Kreativitätstechniken tragen nämlich beispielsweise auch dazu bei, die Landschaft in neuen Bereichen wie dem Internet der Dinge und Smart Ecosystems zu gestalten. Inzwischen verändert sich auch der Bereich der Kreativitätstechniken selbst, da Werkzeugunterstützung und Trends wie Nutzung von Multimedia mithilfe von Kreativitätstechniken, Mobile Computing und Online-Teilnahme unterschiedliche Ansätze erfordern.

Viele praktische Fragen sind noch offen, besonders, was die Anwendbarkeit und Zuverlässigkeit der Techniken in verschiedenen Kontexten betrifft, oder die Vollständigkeit und Nachbehandlung von Anforderungen, die aus einer Kreativitätssession hervorgegangen sind. Diese Aspekte sollen beim 8. CreaRE vertieft werden. Wir laden dazu ein, an einem spannenden Workshop-Tag teilzunehmen, ob als Redner oder Zuhörer, in Vorträgen oder praxisnahen Sessions. Eine Einreichung von Ideen ist noch bis zum 14. Januar 2019 möglich.

Weitere Informationen unter: https://sites.google.com/site/creare2019/

1 Kommentare:


Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.